Pursuit of martial
arts
Why would you pursue the martial arts? Out of desire for strength? Or coolness? Or feeling of weakness? Or search for a spiritual goal?
In eastern philosophy, all things go in duality, like Yin and Yang or good and evil. The are no two completely identical people on earth. Everybody has their own motivation. Even people with "questionable" motivation, have their reason to be like they are. Maybe it was caused by bad experiences or wrong upbringing. But this motivation can change in the course of time. One does not go without another. We are all part of the nature and nature has no other motivation than improvement and survival. For some people it means helping and increasing happiness of others. For some it means to increase their own happiness and wealth, without consideration of others.
For me martial arts are a tool, to evaluate to which group I belong. It will not change your nature. But it will maybe adjust your nature, to be more in resonance with the nature of other people. When we train together as friends and companions, we learn each other better, the reactions, the motivations, the movements. Good martial artists are trying to find the resonance with others, inside the dojo and also in life outside the dojo.
Bujinkan Budo und Gewaltprävention
Bujinkan Budo war ehemals bekannt als Ninjutsu. Es ist eine traditionelle japanische Kampfkunst, deren Techniken zurück auf die Elitekriegerkaste der Samurai und die Bergvölker der Guerillakämpfer, genannt Ninja, zurückgehen. Das Wort „Budo“ setzt sich aus den Begriffen „Bu“und „Do“ zusammen – Krieg und Weg. Der este Teil indiziert, dass der Name viel mit der kriegerischer Vergangenheit Japans zu tun hat. Der zweite Teil ist jedoch sehr philosophischer Natur. Er ist eng mit den Begriffen und Werten des Konfuzianismus, Taoismus und Shintoismus verbunden, die die Selbsterkenntniss und eigene Erleuchtung als höhstes Ziel propagieren. Die moderne Form des Bujinkan Budo ist komplett auf die Selbstverteidigung ausgerichtet. Es gibt keine Techniken die durch einen Angriff eingeleitet werden. Schliesslich befinden wir uns glücklicherweise in friedlichen Zeiten und der körperliche Einsatz eines Kampfkünstlers sollte ausschliesslich auf die Verteidigung seiner Selbst und anderer Mitmenschen begrenzt sein.
Im Training erlernt auf der einen Seite viele dieser Selbstverteidigungstechniken. Auf der anderen Seite, wird sehr früh die Vorsicht im Umgang mit eigenen Fähigkeiten und der Respekt vor dem Leben der anderen eingeimpft. Der Kriegerkodex der Samurai, sogenannter „Bushido“, weist in maximaler Deutlichkeit darauf hin, dass die Kampffertigkeiten nur zum Schutz und zum Wohle der Menschen eingesetzt werden dürfen. Ein klassisches modernes Beispiel wäre die Verteidigung einer Frau vor einem Angreifer im dunklen Park oder der Schutz eines Kindes vor einer Belästigung. Der Begriff „Kampfkunst“ beinhaltet schon in sich selbst die Dualität eines Kämpfers und eines Künstlers. Beide Seiten ergänzen und kontrollieren sich gegenseitig.
Es ist nicht gut nur den kämpferischen Aspekt auszuüben, denn dann verkommt man zu einem Hooligan, der nur eine Gewaltkonfrontation sucht. Leider überwiegen solche bedauerlichen Fälle stark in der Medienlandschaft und kreieren einen verzerrten Blick auf die Kampfkünste in der Gesellschaft. Es ist aber auch nicht gut sich komplett auf den Standpunkt des Bewegungskünstlers zurückzuziehen. Dann hat man in oben beschriebenen Notfällen nicht den Mut und die Entschlossenheit, sich dem Angreifer entgegenzustellen und andere ggf. mit dem Einsatz seiner Gesundheit zuverteidigen. Etwas Ähnliches verlangt die Gesellschaft z.B. auch von den Feuerwehrleuten, Polizisten, Berg- oder Seenotrettern.
Was hat nun das eigentliche Training mit dem Begriff der Gewaltprävention zu tun? Sehr vieles, vorausgesetztes findet unter richtiger Anleitung statt. Man kann z.B. den körperlichen Aspektbetrachten. Nach einigen Jahren solchen Trainings verändert sich die Körperhaltung, die Muskulatur, die Gangart und die Reaktionsgeschwindigkeit. Diese Veränderungen spürt jeder sehr deutlich, sowohl der Schüler selbst, alsauch alle in seinem Umfeld. Viele körperliche Auseinandersetzungen, die auf Unsicherheit oder körperliches Minderwertigkeitsgefühl zurückzuführen waren, erscheinen einem nicht mehr notwendig. Besonders bei Jugentlichen wird das evtl. schwache Sebstbewusstsein gestärkt, man kann sagen man strahlt etwas aus, wasdie anderen unterbewusst als Warnung vor Attacken interpretieren. Das Sebstbewusstsein sollte jedoch nicht in Arroganz umschlagen. Hier ist es nun sehr wichtig auchden geistigen Aspekt des Trainings zu betrachten. Wenn dieser fehlt, benutztman eben die neue körperliche Überlegenheit oft einfach um seine Ziele durchzusetzen. Das ist nicht der Sinn der Sache. Im idealen Fall sollte man stattdessen die geistige Haltung eines „Mentors“ oder „Beschützers“ einnehmen und seine „Aura“zur friedlichen Lösung der Konflikte um einen herum einsetzen.
Betrachten wir z.B. eine Belästigung in der Bahn, die man gerade beobachtet. Es gibt mehrere Möglichkeitendarauf zu reagieren. Man kann sich zurückziehen und die Situation ignorieren. Dies bezeichnet man im Allgemeinen als „Mangel an Zivilcourage“, häufig ist es aber ein schlichtes Gefühl der Angst vor der Gewalt oder der Meinung der anderen, das die eigenen Aktionen und das innere Gefühl für Ungerechtigkeit lähmt. Man kann auch verdeckt auf dem Handy die Polizei informieren und damit die Situation wenigstens minimal beeinflussen. Leider trifft die Polizei aber oft zu spät am Ort des Geschehens ein und für das Opfer könnte es ziemlich dramatische Konsequenzen haben. Eine weitere Möglichkeit wäre dazwischen zu gehen, sich schützend vor das Opfer zu stellen und die Agression auf sich zu ziehen. Wenn man eben nicht extrem gut ausgebilet ist, ist davon in jedem Fall dringendst abzuraten. Es ist ähnlich zu einer Notfallsituation im Flugzeug, wo man immer angehalten wird zuerst selbst die Sauerstoffmaske anzulegen und damit zuerst sein eigenes Wohl zu sichern, und erst dann mit vollem Einsatz der Kräfte den anderen zu helfen. Wenn man also ohne das notwendige Kampfwissen eine Schlägerei in der Bahn riskiert, plus der Angreifer evtl. noch ein Messer zückt, riskiert man sein eigenes Leben und vielleicht auch noch das des Opfers. Leider gab es in letzter Zeit auch genügend solcher Fälle in der Presse nachzulesen.
Jetzt kommen wir zu dem Fall eines selbstsicheren Kampfkünstlers, der jedoch die eigenen Fähigkeiten nicht überschätzt und auch eine gesunde Vorsicht vor dem unbekannten Angreifer an den Tag liegt. Diese Person würde exakt die Techniken der Gewaltprävention benutzen, d.h. andere Einbinden, das Opfer aus dem Fokus des Angreifers entfernen, den Angreifer in ein persönliches Gespräch verwickeln und die Auseinandersetzung auf ein Gepräch zu reduzieren. Der entscheidene Unterschied, den ein jahrelanges Kampfkunsttraining mitbringt, ist der Mut und die Entschlossenheit in dieser Situation überhaupt aufzustehen und sich auf eine sichere Art einzumischen und damit evtl. jemanden vor einer Gewalttat zu retten. Diese konstruierte Situation kann jederzeit mit jedem von uns passieren.
Die Verbindung zwischen Kampfkunsttraining und Gewaltprävention ist offensichtlich auf der körperlichen und geistigen Ebene. Ein guter Kampfkünstler ist keineswegs jemand, der neue Gewalt erzeugt, sondern jemand, der die Gewalt allein durch seine Präsenz erfolgreich eindämmt oder sogar gänzlich verhindert.
Der Geist des Bushi
Um den Kern des Budō zu verstehen, muß man sich damit auseinandersetzen, was ein Bushi ist. Im Prinzip ist es die japanische Bezeichnung für ein Mitglied des Kriegerstandes, wie er sich zum Ende der Heian-Ära entwickelte. Damals war der Adelstand in etwa mit dem des Königshofs des europäischen 17-18 Jhds. vergleichbar. Es ging viel um schöne Künste, Philosophie, Theater und Poesie. Das ist also der erste Aspekt davon, ein Krieger im japanischen Sinne zu sein. Es ist wichtig zu verstehen, dass „Bu-Dō“, also der Weg des Krieges, auch einen menschlichen, lebensbejahenden und künstlerischen Aspekt beinhaltet.
Später, im Sengoku Jidai, dem Zeitalter der streitenden Reiche, hat sich der Platz eines Kriegers in derjapanischen Kultur stark verändert. Damals wurden die modernen Vorstellungender Samurai kreiert. Viele kleine Warlords kämpften um jeden Zentimeter des Bodens. Schon 5-jährige Kinder wurden in Samurai und Ninja Familien zur Kriegerausbildung geschickt. Härte, Mut, Unnachgiebigkeit und Verachtung des Todes wurden zu den Idealen einer Gesellschaft, die sich extrem auf Gewalt und Militarismus fokussierte. Damals entstanden auch die berühmten Legenden von wagemutigen Kriegern, die ihr Leben für ihren Herren opferten, ganze Festungen fast im Alleingang einnahmen und Japan mit Stahl und Blut unter ihre Kontrollebrachten. Der Preis dafür war jedoch hoch, wenn man an vergleichbare Perioden der Gewalt in Barbarei in Europa denkt. Hundertausende Tote, Hunger, Verwahrlosung und Hoffnungslosigkeit herrschten unter der Landbevölkerung. Dies ist auch einer der Gründe für die Entstehung der Ninja Bewegung.
Nach der Vereinigung von ganz Japan unter dem Tokugawa-Shogunat wurden die Krieger wieder friedlicher. Sie wurden mehr in das zivile Leben integriert, Duelle wurden nahezu untersagt und es entwickelte sich ein strikter ethischer Verhaltenskodex des Schwertadels, der Bushidō, mit extrem vielen komplizierten Regeln und Ausnahmen. Jetzt wurde vermehrt die Zen-Philosophie mit der Kriegskunst vermischt. Ein Samurai machte sich Gedanken was sein Platz in der Gesellschaft und im Universum ist, wie er sich verbessern, entwickeln und die Erleuchtung auf seinem Weg des Kriegers erreichen kann. In dieser Zeit entstand auch das berühmteste Buch des Kenjutsu, „Das Buch der Fünf Ringe“, geschrieben von Myamoto Musashi in 1643.
Wir sehen also, dass das Bild, die Traditionen und das Selbstverständnis eines Samurais, einem großen Wandel unterzogen war, weil sich ihre äußeren Lebensumstände dramatisch veränderten. Nicht anders ist es auch heute. Was bedeutet es für uns, wenn wir in Europa die alten japanische Traditionen aufgreifen und weitertragen? Wenn man auf die letzte Frage des 9.Kyu blickt „warum trainierst du?“ und die Antwort nicht mehr „wegen der Selbstverteidigung“ lautet, sondern „um wie ein Samurai zu leben“. Was bedeutet das eigentlich? Sicherlich ist das für viele Menschen im Bujinkan kein Spiel und Theater, sondern eine absolut ehrliche und direkte Antwort. Samurai zu sein ist für mich zum Beispiel ein Geisteszustand, wie vielleicht für andere „ein Ingenieur“, „ein Manager“ oder „ein Wissenschaftler“. Es ist mehr als ein Hobby oder ein Beruf, es ist eher eine Berufung, eine Weltanschauung“. Eine Mischung aus den Traditionen und Denkweisen aller vorangegangen Epochen der Samurai-Entwicklung.
Wir müßen den Ideen und Gedanken dervorangegangen Sôke folgen, um sich zu einem guten Menschen zu entwickeln, jemandem der seinen Platz kennt, aber auch nach mehr strebt. Jemandem der hart und entschlossen ist um sein Ziel zu erreichen, koste es was es wolle, aber gleichzeitig weich und gütig gegenüber seinen Mitmenschen. Unsere Aufgabe ist es, durch unsere Überlegenheit in Kampfkünsten, unsere Angehörigen zu beschützen und Frieden zu schaffen, wo andere Aggression suchen. Wir müßen offen, geduldig und zielstrebig sein, um auf der Leiter unserer persönlichen Entwicklung immer weiter nach oben zu klettern. Für viele Menschen ist es schwierig offen über ihre Gefühle zu sprechen. Für einen Samurai ist es ganz leicht, denn er hat im Training schon Schmerz, Wut und Verzweiflung erfahren und verarbeitet. Aber auch Glücksgefühle, Kameradschaft, Erfüllung und vielleicht sogar Liebe. Wenn man akzeptiert, dass diese Gefühle ein Teil von einem sind, ist es auch nicht schwer darüber zu reden. Damit wird es uns möglich werden, Konflikte noch vor der Entstehung zu lösen, andere von unseren Zielen zu überzeugen, eine bessere Stütze für unsere Lieben zu sein und noch vieles mehr. Um Svenerik Bogsätter zu zitieren: „wir werden zu einem besseren, erfüllteren Menschen werden“.
Wie man sieht, kann man durchaus auch in moderneren Zeiten ein echter Samurai sein und dem Weg des echten Budō folgen.
Viel Erfolg auf diesem Weg!
Das Seminar mit DAishihan Jürgen Bieber zum Thema "Rhytmus und Initiative ergreifen"
Am 22.03.2026 durften wir zum 5. Mal Jürgen Bieber bei uns im Dojo begrüßen. Dieses Mal war es ein ganz besonderes Seminar, denn Jürgen widmete sich dem Thema "Hyōshi o seishite, sen no toru" oder zu Deutsch: "Indem man den Rhythmus kontrolliert, erlangt man die Initiative". Klingt erstmal sehr abstrakt und theoretisch... Wenn man jedoch Jürgen in Aktion erlebt, und seinen sehr systematischen Erklärungen lauscht, eröffnen sich Einem völlig neue Einblicke in die Möglichkeiten des Budo. Es ist schon verdammt schwierig, Konzepte wie Timing und Rhytmus überhaupt zu verstehen. Sie dann auch noch systematisch und reproduzierbar in ein Bewegungsmuster zu übertragen, ist dann wohl die höhste Kunst, die nur Einzelnen vorbehalten bleibt. Es ist für einen Kampfkünstler wohl genauso schwierig "Rhytmus" zu erklären, wie für einen Musiker einen 3/4 Takt mit Worten zu beschreiben. Erstaunlicher-weise ist es tatsächlich mit sehr sehr viel Übung möglich, den Rhytmus des Gegners zu erspüren und damit seine Bewegung zu erraten und vorherzusagen. Noch erstaunlicher ist es, dass man diese Fähigkeit benutzen kann, um den eigenen Rhytmus jemandem aufzuzwingen und ihn damit wie von Zauberhand zu lenken und in eine Richtung zu steuern. Das Spüren des Rhytmus ist eine fast mystische Fähigkeit, vielleicht zu vergleichen mit sehr aufeinander abgestimmten Team-sportlern, Piloten oder Fabrikarbeitern, die einen komplizierten Prozess gemeinsam durchführen. Ein Gefühl die Bewegung des anderen zu kennen, bevor er sie anfängt, zu fühlen wann sie anfängt und mit ihr mitzugehen, ohne nachzudenken. Vielleicht sind wir durch irgendeine Art Bio-Feld, wie Sender und Empfänger miteinander verbunden? Ich weiß es nicht, aber ich weiß wie es sich anfühlt, wenn es funktioniert. Und die nächste Stufe ist es, diese Bewegung in der Mitte zu unterbrechen und mit der eigenen Körperbewegung umzulenken, und zwar genau in dem Moment, wenn der andere nicht mehr anhalten kann. Hört sich an wie Quatsch? Ich glaube dass unsere Augen und Gehirne in der Lage sind viel mehr Details der Umgebung wahrzunehmen, als allgemein anerkannt wird. Vielleicht kennst du das Gefühl von hinten beobachtet zu werden, und wenn man sich umdreht, ist da tatsächlich ein fokussierter Blick von einer Person am anderen Ende des Raums. Dieses Gefühl wird als Skopaesthesie bezeichnet. Oder der Cocktailparty-Effekt, bei dem man sich in einer sehr lauten Umgebung genau auf eine einzelene Stimme fokussieren vermag. Jedenfalls ist es garnicht so wichtig "zu verstehen". Wichtig ist es im Budo, die Fähigkeit den anderen zu lesen und zu lenken zu üben, zu verbessern und im richtigen Moment auch einzusetzen. Dieses Seminar hat allen vor Augen geführt, dass man diese Fähigkeit kontrolliert üben kann, denn Jürgen beherrscht sie auf einem extrem hohen Niveau. Es war wieder mal Blick hinter die Kulissen der reinen Katas, der Äußerlichkeiten - auf die wahre Essenz des Budo und die Fähigkeiten, die in uns allen verborgen schlummern.
Vielen Dank Jürgen!